THEATER // von Pat to Yan // Theater Lübeck
R: Max Claessen / M: Carl Waeber / B: Mirjam Benkner / D: Cornelia von Schwerin
Ensemble: Lilly Gropper/Michael Schrodt/Henning Sembritzky/Astrid Färber/ Marlene Goksch/Heiner Kock/Sven Simon
„Eine kurze Chronik des künftigen China“ von Pat To Yan, inszeniert von Max Claessen in den Kammerspielen des Theaters Lübeck, hat viel mit einem Traum gemein, der in den Alptraum kippt: Die Zeit läuft in unterschiedliche Richtungen, die Grenzen verschwimmen zwischen außen und innen, zwischen Komik und Schrecken, zwischen verschiedenen Wirklichkeiten. Es ist eine Reise in die Vergangenheit, besser gesagt: in die Erinnerung, in einem seelisch zerstörten Land. (...) Die echten Menschen in diesem Land, das China oder irgendein anderes sein könnte, versuchen verzweifelt, sich ihr Menschsein zu bewahren, indem sie sich erinnern – und indem sie Schmerz empfinden. Das Bühnenbild (Mirjam Benker) verändert sich während dieser ganzen Reise nicht: Es gibt nichts als schwarze Wände und eine schräg gestellte fliegende Untertasse wie aus einer Science-Fiction-Parodie. Das Ufo liegt bis fast zum Schluss einfach da als Fremdkörper, den alle in seiner Unerklärlichkeit hinnehmen. Umso mehr kommen die fantastisch-kreativen Kostüme (Ilka Meier) zur Geltung – und die Schauspielerinnen und Schauspieler.Die Regie, die Ausstattung und die Schauspielkunst haben zusammen starke, lebende, atmende Bilder erzeugt, die weit über das hinausgehen, was der Text vorgibt. Das kann nur das Theater, dafür ist es da.“ (Hanno Kabel / Lübecker Nachrichten)


Fotos: Kerstin Schomburg